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Gelesen

"Seegrund". Von Volker Klüpfel und Michael Kobr



Hat es mich also auch erwischt. Jeder Allgäuer bekommt früher oder später einen Kluftinger-Krimi geschenkt. Bei mir war es dann eher später und mein erster war der dritte Teil der Kluftinger-Serie. Wenigstens muss man bei Literatur dieser Gattung nicht lange überlegen, warum sich der Schenkende für dieses Buch entschieden hat, der kleinste Gemeinsame Nenner von Krimi und Beschenktem ist schnell gefunden:
Es ist die Herkunft. Ansonsten finden sich nicht viele Momente, in denen mein Allgäuer Herz aufspringt und sich strebsam meldet, eine wieder erkannten Erinnerung zu benennen. Die Autoren bemühen sich immer wieder erneut, den Protagonisten, also den stets erkälteten Kommissar Kluftinger, mehr Gefühl für das Allgäu als für seine Frau empfinden zu lassen, Gestalt nimmt das Bergland jedoch niemals an.

Und doch geriet sogar ich als nicht wirklich leidenschaftlicher Krimi-Leser nach kurzer Zeit in Lese-Freude. Hat man sich erst einmal damit abgefunden, dass das nervtötende Erröten des sich stets unmotiviert tölpelhaft verhaltenden Kommissars nicht abzustreifen ist, toleriert man es eben. Wie einen Tinitus.

Wie Kommissar Rex nun mal ein Hund, ist Kluftinger chaotisch gedacht. Die mysteriösen Begebenheiten am Alatsee ergeben ein etwas grobmaschiges Gespinst von historischen Rätselhaftigkeiten und als Leser leidet man nie am Umberto Eco -Syndrom: Zu blöd für eine Geschichte zu sein.

Bei Kässspätzle und Sushi verfolgt man gut unterhalten, wie die bayrischen Beamten in die unbeleuchteten Geheimnisse des Sees eintauchen.

Ein freundlicher Krimi, der einem keine schlaflosen Nächte bereitet und sein Geld durchaus wert ist.
12.11.06 22:37





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